Blinddarm

Der Blinddarm ist der Anfang des Dickdarms, der nach unten in die Bauchhöhle hängt. Ein Teil dieses Darmstücks kann sich entzünden und zu lebensgefährlichen Komplikationen wie bei einer Bauchfellentzündung führen. Wer jetzt aber meint, dass dieser Teil des Darmes nur ärger macht kann und deshalb lieber entfernt werden sollte, der irrt.

Tatsächlich erfüllt der Blinddarm eine wichtige Funktion im Körper wie einige andere Organe, von denen landläufig geglaubt wird, dass sie eigentlich überflüssig sind.


Auf dem Bild sehen Sie den Aufbau und den Querschnitt vom Blinddarm und Wurmfortsatz.

Blinddarm – Wurmfortsatz Querschnitt


Informationen

Funktion

Vor einiger Zeit behaupteten Wissenschaftler noch, dass der Blinddarm ein Relikt aus Zeiten ist, in denen der Mensch Pflanzenfresser war, aber diese These ist überholt. Auch wenn er sich entzünden kann, so kann er gleichermaßen vorbeugen, dass es zu einer Entzündung kommt. Im Blinddarm befinden sich viele Abwehrzellen des Immunsystems. Wenn es bei einer Infektion zur Zerstörung von Darmbakterien kommt, können sie über den Blinddarm wieder neu aufgebaut werden und die Darmflora regenerieren.

Wenn der Blinddarm operativ entfernt wurde, fehlt der Speicher für Verdauungsbakterien und eine Infektion verläuft oft schwerer. Zwar kann der Körper die Funktion dieses Organs nach einer Entfernung zum Teil ausgleichen, aber unentbehrlich ist der Blinddarm dadurch nicht.

Blinddarmreizung

Normalerweise merkt man den Blinddarm überhaupt nicht, aber im Falle einer Reizung macht er sich schmerzhaft bemerkbar. Blinddarmreizungen sind im Alter von 9 bis 14 Jahren nicht selten. Oft sind die Beschwerden zunächst diffus. Meistens machen sie sich im rechten Unterbauchbereich bemerkbar, können aber auch ausstrahlen. Sicherheitshalber sollte bei Bauchschmerzen in diesem Bereich ein Arzt aufgesucht werden, um eine Blinddarmentzündung auszuschließen oder ggf. umgehend zu behandeln, da eine nicht erkannte Blinddarmentzündung lebensbedrohliche Komplikationen nach sich ziehen könnte.

Symptome der Blinddarmreizung

Meistens beginnt eine Blinddarmreizung mit Bauchschmerzen oder Krämpfen im Bauchbereich. Die Schmerzen können diffus, dumpf oder auch stechend sein. Bei vielen Betroffenen ist die Reizung am Berührungsschmerz erkennbar. Sie können im Bereich des Blinddarms keine Berührungen ertragen, weil diese unerträgliche Schmerzen verursachen. Auch der sogenannte Loslassschmerz, bei dem Schmerzen auftreten, wenn man die berührte Stelle abrupt wieder loslässt, kann ein Hinweis auf eine Blinddarmreizung sein. Um die Beschwerden zu lindern, nehmen die Betroffenen meistens eine Schonhaltung ein und vermeiden übermäßige Bewegung.

Bei manchen Menschen kann auch Fieber und Schüttefrost auftreten, häufig bei Kindern. Auch Übelkeit und Erbrechen sind nicht selten. Da diese Symptome auch bei einer Blinddarmentzündung auftreten, sind sie kein eindeutiges Zeichen für eine Blinddarmreizung.

Eine Blinddarmreizung kann verschiedene Ursachen haben, u. a. Entzündungen durch Fremdkörper wie Obstkerne, das Abknicken dieses Darmbereichs oder eine Infektion mit anderen Erregern.

Wenn sie starke schmerzen im Unterbauch haben ist die Diagnose schnell klar. Doch wer jetzt denkt die Diagnose wäre einfach gestellt sollte lieber einen Arzt aufsuchen und ihm alle Symptome genau beschreiben. Wie bei anderen Krankheiten ist die Diagnose erstmal einfach zu beschreiben: Sie spüren im Unterbau meist auf der Rechten Seite schmerzen. Mit Hilfe von leichtem Druck auf den Unterbauch werden die schmerzen stärker.

Behandlung einer Blinddarmreizung

Manchmal heilt eine Blinddarmreizung von allein aus, wenn sich die Betroffenen schonen. Hauptsächlich wird sie mit Antibiotika behandelt. Besonders leichte oder mittelschwere Reizungen können so gut behandelt werden. Mit einer naturheilkundlichen Behandlung muss man vorsichtig sein. Zunächst sollte aus schulmedizinischer Sicht eine Blinddarmentzündung ausgeschlossen werden, die sofort als akuter Notfall ins Krankenhaus gehört. Wenn eine Entzündung ausgeschlossen ist, können Schüsslersalze oder Homöopathie durch einen fachkundigen Arzt verordnet werden. Von einer Selbstmedikation sollte man absehen.